Netzwerk „Neue Heimat Landkreis Rastatt“ fördert Integration in Arbeit und Bildung

38 verschiedene Institutionen, Organisationen und Vereine gehören mittlerweile dem Anfang März dieses Jahres vom Landratsamt Rastatt initiierten Netzwerks „Neue Heimat Landkreis Rastatt“ an.

Behörden, Wohlfahrtsverbände, politische Vertreter, Sprachkursträger und Ehrenamtsinitiativen arbeiten im Netzwerk zielorientiert zusammen, um die Integration von Zugewanderten zu fördern.
 
Zur ersten regulären Plenumssitzung, die jetzt im Landratsamt stattfand, konnte Landrat Jürgen Bäuerle rund 30 Vertreter begrüßen. Seitdem die Flüchtlingszahlen seit Mitte 2016 deutlich zurückgegangen sind, läuft die Integration der Zugewanderten strukturierter ab und es bleibt mehr Zeit für den Einzelfall. Aktuell leben noch knapp 400 Personen in drei Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises. 3.500 Personen leben bereits in der Anschlussunterbringung in den Kommunen, die von den Integrationsmanagern der Sozialbetreuung für Flüchtlinge im Landratsamt betreut werden. Im ersten Halbjahr 2018 wurden fast 9.000 Beratungsgespräche geführt und 350 Integrationspläne erstellt. Neben dem Wunsch nach privatem Wohnraum ist die Integration in Arbeit oder Ausbildung das Hauptziel.
 
Die Arbeitsmarktintegration verläuft aktuell sehr erfolgreich. Von Januar bis September 2018 konnte das Jobcenter Rastatt 260 Personen in Arbeit bringen. Bis Jahresende wird mit weiteren 350 Integrationen gerechnet. Dies entspricht einer Steigerung um rund 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 90 Prozent der Personen, die in den Arbeitsmarkt eingegliedert werden konnten, sind jedoch männlich. Das Netzwerk hat sich daher zum Ziel gesetzt, die Integration von Frauen noch stärker zu fördern.
 
Einstimmig beschlossen hat das Plenum die Netzwerk-AG „Arbeit“, um die Integration noch weiter voranzubringen. Als vorbereitende Maßnahme sollen in den Kommunen Arbeitsgelegenheiten für Geflüchtete eingerichtet werden. Arbeitsgelegenheiten sind zusätzliche, im öffentlichen Interesse liegende Tätigkeiten, die keine regulären Beschäftigungsverhältnisse verdrängen, sondern diese unterstützen sollen. So können Geflüchtete den Arbeitsalltag kennenlernen, indem sie etwa den Bauhof unterstützen oder in Schulen mitarbeiten. Die praktische Tätigkeit wird durch Sprach- und Werteunterricht ergänzt. Das Projekt wird von April bis September 2019 durchgeführt. Die Teilnehmenden sollen anschließend möglichst in Arbeit vermittelt werden.
 
Weiterhin sprach sich das Netzwerk dafür aus, als zweite Arbeitsgemeinschaft die „AG Bildung - Übergang Schule-Beruf“ zu gründen, die sich den Möglichkeiten zum Erwerb von Schulabschlüssen, der Alphabetisierung von Schülern in beruflichen Schulen sowie der ausbildungsbegleitenden Förderung annehmen soll. „Gerade im Bereich Bildung können wir sehr von unserem Netzwerk profitieren. Schulen, Sprachkursträger, Behörden, Wohlfahrtsverbände und Ehrenamtliche - hier sind viele Akteure unterwegs, die es zu vernetzen gilt, um unser Angebot noch besser an den Bedarf anzupassen“, so Landrat Jürgen Bäuerle abschließend.