Einbürgerung

Die Einbürgerung ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einer gelungenen Integration, da sie Zugewanderten von der politischen Partizipation bis zur rechtlichen Gleichstellung zahlreiche Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe bietet. Durch die Einbürgerung wird man gleichberechtigte Bürgerin oder gleichberechtigter Bürger mit allen Rechten und Pflichten als StaatsbürgerIn, bspw. erwirbt man das aktive und passive Wahlrecht, ein unverwirkbares Aufenthaltsrecht und die EU-Freizügigkeit. Wer seit acht Jahren dauerhaft und rechtmäßig in Deutschland lebt, hat unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf Einbürgerung. Einbürgerungsvoraussetzungen sind grundsätzlich (Auf den Sprachtest und den Einbürgerungstest wird verzichtet, wenn ein deutscher Schulabschluss erreicht wurde oder wegen Alters, Behinderung oder Krankheit nicht möglich ist.):

  • mindestens 8 Jahre rechtmäßiger Aufenthalt (kürzere Fristen für Eheleute und Abkömmlinge von Deutschen),
  • keine Vorstrafen,
  • eigenständige Sicherung des Lebensunterhalts,
  • mündliche und schriftliche deutsche Sprachkenntnisse der Stufe B 1 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen (ggf. Sprachtest),
  • Nachweis über Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland (ggf. Einbürgerungstest),
  • Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes,
  • Aufgabe der bisherigen Staatsangehörigkeit (Neben weiteren Ausnahmen kann die Staatsangehörigkeit eines EU-Staates und der Schweiz behalten werden.) und
  • Entrichten der Einbürgerungsgebühr von 255,00 Euro (für Kinder im Verfahren ihrer Eltern 51,00 Euro).

Für die Einbürgerungen im Landkreis Rastatt ist das Amt für Migration und Integration zuständig. Die für die Einbürgerung erforderlichen Prüfungen (B1-Zertifikat Deutsch und Einbürgerungstest) können bei der Volkshochschule abgelegt werden. Im Landkreis Rastatt wurden im Jahr 2016 277 MigrantInnen aus 50 Herkunftsländern eingebürgert. Die Zahl der Einbürgerungen lag damit etwas unter dem Vorjahresniveau. 2015 wurde mit 297 Einbürgerungen die höchste Marke erreicht, 2014 waren es 264 Personen. Im Jahr 2016 stammen 125 der neu Eingebürgerten (45 %) aus einem EU-Mitgliedstaat. Angeführt wird die Liste der Herkunftsländer (wie in den Vorjahren) von Menschen, die aus der Türkei stammen (30). Es folgen Rumänien (27), Kroatien (26), Kosovo und Italien (22), Bosnien-Herzegowina (16), Polen (14), Thailand (9), Ukraine und UK (8), Ungarn (7), Brasilien und Russland (6). Im Landratsamt findet jährlich eine Einbürgerungsfeier statt, bei der die Eingebürgerten in einem festlichen Rahmen geehrt werden.
 
Die Anträge zur Einbürgerung finden Sie auf der Seite "Übersicht Formulare" auf der Homepage des Landkreises Rastatt, unter Kategorie 101 - Staatsangehörigkeit.