Arbeit
Arbeit ist für die Integration sehr wichtig. Menschen können so
- das eigene Leben selbst finanzieren
- sich in die Gesellschaft einbringen
- Deutsch lernen und üben
- andere Menschen kennenlernen
Arbeit suchen
Stellenangebote sind u.a. auf folgenden Plattformen zu finden:
Bundesagentur für Arbeit und Jobcenter
Die Bundesagentur für Arbeit betreut die Personen, die sich im Asylverfahren befinden, das Jobcenter betreut die anerkannten Flüchtlinge.
Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit
E-Mail: Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt
E-Mail: Jobcenter Rastatt
Internet: Jobcenter Landkreis Rastatt
Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen
Kostenlose Beratung zur Anerkennung von ausländischen Berufs- und Schulabschlüssen. Unterstützung im Anerkennungsverfahren, z.B. durch Recherche der zuständigen Anerkennungsstellen, Unterstützung bei der Zusammenstellung von Unterlagen, Begleitung im Anerkennungsverfahren sowie Qualifizierungsberatung zur Erlangung der vollen Anerkennung.
Kostenlose Beratung zur Anerkennung von ausländischen Berufs- und Schulabschlüssen. Unterstützung im Anerkennungsverfahren, z.B. durch Recherche der zuständigen Anerkennungsstellen, Unterstützung bei der Zusammenstellung von Unterlagen, Begleitung im Anerkennungsverfahren sowie Qualifizierungsberatung zur Erlangung der vollen Anerkennung.
Das Internetportal "Anerkennung in Deutschland" informiert über rechtliche Grundlagen und Verfahren der beruflichen Anerkennung. Informationen zu ausländischen Berufsqualifikationen gibt es auch auf dem BQ-Portal.
Die Telefon-Hotline des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) beantwortet Fragen zur beruflichen Anerkennung. Die Hotline ist Montag bis Freitag von 9 Uhr bis 15 Uhr unter der Nummer: +49 30 1815-1111 erreichbar.
Arbeitsrecht
Was umfasst das Arbeitsrecht?
Das Arbeitsrecht regelt die Rechte und Pflichten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie Arbeitgebern. Es schützt Beschäftigte und schafft Regeln für das Arbeitsverhältnis.
Die Gesetze des Arbeitsrechts regeln zum Beispiel:
- die Arbeitszeit
- den Mindestlohn
- den Urlaubsanspruch
- den Kündigungsschutz
- Schutz vor Diskriminierung
- Betriebliche Interessenvertretungen (Betriebsrat)
- Gewerkschaften
Schutz vor schlechten Arbeitsbedingungen
Bevor Sie einen Job aufnehmen, sollten Sie folgende Punkte beachten:
- Unterschreiben Sie keine Dokumente, die Sie nicht verstehen. Holen Sie sich Hilfe bzw. eine Beratung.
- Lassen Sie sich einen schriftlichen Arbeitsvertrag aushändigen.
- Der gesetzliche Mindestlohn gilt grundsätzlich für alle Arbeitnehmenden ab 18 Jahre.
- Es gibt einen gesetzlichen Anspruch auf Urlaub für alle Arbeitnehmenden.
- Eine Kündigung ist nur schriftlich gültig.
- Wenn Sie krank sind, sind Sie dazu verpflichtet dies dem Arbeitgeber direkt mitzuteilen.
- Der Lohn sollte regelmäßig und pünktlich erhalten werden.
Videos zum Arbeitsrecht von Faire Integration
Auf der Internetseite Faire Integration gibt es viele Videos zum Thema Arbeitsrecht in den Sprachen Deutsch, Englisch, Arabisch, Spanisch, Russisch und Farsi. Dort wird einfach erklärt, welche Rechte Menschen bei der Arbeit haben. Zum Beispiel geht es um Themen wie Kündigung, Krankenversicherung, Minijobs, Sozialversicherung oder Mobbing am Arbeitsplatz. Die Videos helfen dabei, die Regeln rund um Ihre Arbeit besser zu verstehen.
Videos zu verschiedenen Themen des Arbeitsrechts auf der Internetseite von Faire Integration.
Beratung
Wenn Sie unsicher sind, welche Rechte Sie in Ihrem Job haben oder es Probleme gibt, wenden Sie sich an die Beratungsstelle mira. Mit Recht bei der Arbeit! in Karlsruhe. Die Hilfe ist kostenlos und vertraulich, in Deutsch oder Englisch – persönlich, am Telefon oder online.
Zugang zum Arbeitsmarkt für Geflüchtete
1. Personen mit einer Aufenthaltserlaubnis
Flüchtlinge, denen eine Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Abs. 1-3 AufenthG erteilt wurde, dürfen grundsätzlich uneingeschränkt als Beschäftigte arbeiten und auch einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen.
Ist nur ein Abschiebungsverbot (§ 25 Abs. 3 AufenthG) festgestellt worden, entscheidet die Ausländerbehörde im jeweiligen Einzelfall, ob eine Genehmigung zur Ausübung einer Beschäftigung erteilt wird.
2. AsylbewerberInnen (mit Aufenthaltsgestattung) und Geduldete
Arbeit
- AsylbewerberInnen und Geduldete dürfen nach drei Monaten arbeiten
- Leiharbeit: Fachkräfte dürfen eine Leiharbeit nach drei Monaten aufnehmen. Für geringer Qualifizierte ist eine Leiharbeit nach 15 Monaten möglich.
- Die Arbeitsgenehmigung ist bei der zuständigen Ausländerbehörde zu beantragen.
- Die Bundesagentur für Arbeit prüft die konkreten Arbeitsbedingungen einer Stelle, insbesondere den Verdienst und die Arbeitszeiten (Bezahlung der Tätigkeit muss ortsüblich sein).
Hinweis: Die Vorrangprüfung durch die Bundesagentur für Arbeit ist u.a. im Bezirk Karlsruhe/Rastatt derzeit ausgesetzt.
Berufsausbildung
Eine Berufsausbildung dürfen AsylbewerberInnen nach drei Monaten und Geduldete ab dem Tag der Duldung beginnen. Die Arbeitsagentur muss nicht zustimmen. Das gilt auch für bestimmte Praktika, Einstiegsqualifizierungen und Berufsvorbereitungen.
Weitere Informationen zum Thema Ausbildung finden Sie auf INTEGREAT (auch in mehreren Fremdsprachen).
Praktika
- Praktikumsverhältnisse sind grundsätzlich Beschäftigungsverhältnisse. Vor Antritt des Praktikums ist daher immer die Genehmigung der Ausländerbehörde einzuholen. Die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit (BA) ist nicht in allen Fällen erforderlich.
- Pflichtpraktika: Ein Praktikum bedarf keiner Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit, wenn es verpflichtend auf Grund einer schulrechtlichen Bestimmung, einer Ausbildungsordnung, einer hochschulrechtlichen Bestimmung oder im Rahmen einer Ausbildung an einer gesetzlich geregelten Berufsakademie geleistet wird. Als Pflichtpraktikum zählt auch ein Praktikum, welches nach einer Entscheidung der für die Anerkennung zuständigen Stelle zur Anerkennung eines ausländischen Berufsabschlusses obligatorisch zu leisten ist. Ein solches Praktikum unterliegt nicht dem gesetzlichen Mindestlohn.
- Praktika von bis zu drei Monaten zur Berufsorientierung auf eine Ausbildung oder ein Studium sind ebenfalls von der Zustimmungspflicht der BA ausgenommen. Sie unterliegen nicht dem gesetzlichen Mindestlohn.
- Ein Praktikum von bis zu drei Monaten, das begleitend zu einer Berufs- oder Hochschulausbildung absolviert wird, ist zustimmungsfrei, soweit ein inhaltlicher Bezug zur Ausbildung gegeben ist und zuvor kein ausbildungsbegleitendes Praktikumsverhältnis mit demselben Ausbildenden bestanden hat. Ein solches Praktikum unterliegt nicht dem gesetzlichen Mindestlohn.
- Für ein ausbildungsbegleitendes Praktikum von mehr als drei Monaten ist weiterhin die Zustimmung der BA erforderlich; es unterliegt grundsätzlich dem gesetzlichen Mindestlohn.
Hinweis: Eine Hospitation ist ohne Erlaubnis der Ausländerbehörde und ohne Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit möglich. Ein Hospitant darf jedoch nicht aktiv mitarbeiten, sondern sich lediglich die Arbeitsabläufe anschauen, um den Betrieb kennenzulernen.
3. Fälle, in denen ein Arbeitsverbot besteht
- Kein Arbeitsmarktzugang besteht in den ersten drei Monaten des Aufenthaltes
- Für Personen, die verpflichtet sind in einer Erstaufnahmeeinrichtung zu wohnen
- Für Geduldete, die das Abschiebehindernis selber zu vertreten oder ihre Mitwirkungspflichten bei der Beseitigung des Abschiebungshindernisses verletzt haben
- Für AsylbewerberInnen und Geduldete aus sicheren Herkunftsstaaten gilt seit dem 24. Oktober 2015 ein Arbeitsverbot, wenn der Asylantrag nach dem 31. August 2015 gestellt wurde
Hinweis:Sichere Herkunftsstaaten sind Albanien, Bosnien und Herzegowina, Ghana, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Senegal und Serbien.
Weitere Informationen
- Personen, die eine Aufenthaltsgestattung besitzen, erlangen mit der Aufnahme einer Arbeit oder einer Ausbildung kein gesondertes Aufenthaltsrecht. Die Integrationsleistung des Einzelnen spielt bei der Prüfung des Asylantrags im Hinblick auf die Gewährung von asylrechtlichem Schutz keine Rolle.
- Bei Personen mit einer Duldung hingegen werden die individuellen Umstände und Integrationsleistungen bei der Verlängerung der Duldung bzw. bei der Erteilung eines Aufenthaltstitels berücksichtigt.
- Der Arbeitsverdienst wird auf Sozialleistungen angerechnet.
Integration durch Ausbildung – Perspektiven für Flüchtlinge
Das Projekt Integration durch Ausbildung - Perspektiven für Zugewanderte unterstützt Geflüchtete mit Aufenthaltserlaubnis oder hoher Bleibeperspektive bei
- der Suche nach einem geeigneten Praktikums- und Ausbildungsplatz
- dem Erstellen von Bewerbungsunterlagen
- der beruflichen Orientierung
- Praktika im Unternehmen
- den ersten Monaten während der Ausbildung im Unternehmen
- der Förderung der sozialen Integration und dem Ankommen in Deutschland
Die Ausbildungsbegleitung erfolgt in enger Abstimmung mit den beteiligten Unternehmen und den Berufsschulen.
Weitere Informationen zum Thema Ausbildung finden Sie auf INTEGREAT (auch in mehreren Fremdsprachen).
Fachkräfte
In unserem Wegweiser internationale Fachkräfte erfahren sowohl Arbeitgebende als auch Fachkräfte, wie der Berufseinstieg gelingt und welche Unterstützungsmöglichkeiten im Landkreis Rastatt existieren.
