Daten & Fakten

Migration im Landkreis Rastatt

Migration ist seit jeher ein wichtiger Teil der Geschichte des Landkreises Rastatt und prägt die vielfältige Gesellschaft.

  • Bereits in der Römerzeit wanderten Menschen in das heutige Landkreisgebiet ein.
  • Im Verlaufe des 17. Jahrhunderts waren es vor allem italienische Kaufleute und Facharbeiter, die nach Mittelbaden zuwanderten.
  • In der Barockzeit (ab 1698) wirkten zahlreiche südländische Baumeister sowie Bauspezialisten im Landkreis, wie beispielsweise der italienische Baumeister Architekt Domenico Egidio Rossi aus Fano, der die Pläne für die Stadt und das Schloss Rastatt fertigte.
  • Ausländische Arbeitskräfte gab es im Landkreis in größerem Umfang vor allem im 19. Jahrhundert.
  • Von 1948 bis 1965 fanden insgesamt 25.616 Heimatvertriebene und Flüchtlinge im alten Landkreis Rastatt eine neue Heimat.
  • Dies entspricht einem Anteil von 19,5 % der Gesamtbevölkerung des Kreises. Der größte Teil dieser Menschen wohnte in Gaggenau, Rastatt und Durmersheim.
  • Die meisten Zugewanderten kamen in den 1950er und 1960er Jahren zum Zweck der vorübergehenden Arbeitsaufnahme (sogenannte „Gastarbeiter“). Diese wurden aus den Mittelmeerländern Italien, Griechenland, Spanien, Türkei, Marokko, Portugal, Tunesien und Jugoslawien angeworben. Im Wege des Familiennachzugs stieg die Zahl der Frauen und Kinder im Laufe der Zeit zunehmend an. In den 1990er Jahren kamen viele Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland.
  • Etwa seit dem Jahr 2010 steigen die Zuwanderungszahlen wieder. Nun sind EU-Bürgerinnen und EU-Bürger die größte Zuwanderergruppe in Deutschland und in der Region.
  • In den Jahren 2015/2016 hat der Landkreis Rastatt über 3.500 Schutzsuchende aus Syrien, Irak, Afghanistan und anderen Ländern aufgenommen. Die kriegerischen Auseinandersetzungen waren der Hauptgrund für die Flucht vieler Menschen.
  • Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat die größte Fluchtbewegung in Europa seit Ende des Zweiten Weltkriegs ausgelöst. Seit Kriegsbeginn im Februar 2022 sind mehr als eine Million Menschen aus der Ukraine nach Deutschland geflohen. Über 3.000 Ukrainerinnen und Ukrainer wurden im Landkreis Rastatt untergebracht.
Das Foto zeigt die grafische Darstellung der Entwicklung der Bevölkerung im Landkreis Rastatt seit 1961
Das Foto zeigt die grafische Darstellung des Anteils der ausländischen Bevölkerung im Landkreis Rastatt, Baden-Württemberg und deutschlandweit
Das Foto zeigt die grafische Darstellung der Einbürgerungszahlen im Landkreis Rastatt

Aktuelle Zahlen für den Landkreis Rastatt (Stand: 31.01.2024)

  • 916 Flüchtlinge leben in 9 Gemeinschaftsunterkünften
  • seit 2013 wurden 7.459 weitere Flüchtlinge in die Anschlussunterbringung der Kommunen zugewiesen
  • wöchentlich werden dem Landkreis aktuell 17 Flüchtlinge zugewiesen (ukrainische Flüchtlinge werden nicht berücksichtigt)
  • die Aufnahmequote des Landkreises Rastatt beträgt derzeit 2,52000 %
  • in den Gemeinschaftsunterkünften sind 74 % der Bewohner männlich und 26 % der Bewohner weiblich
  • die meisten Flüchtlinge, die in Gemeinschaftsunterkünften und Notunterkünften untergebracht sind, kommen aus der Türkei 39 %, Afghanistan 14 %, Syrien 17 % und Georgien 8 %